Allgemein, Für den Kopf

“Das Lied ist aus” – Das Schicksal einer Jüdin in Dresden

Es ist wieder mal an der Zeit das Haus zu verlassen. Große Lust verspüre ich heute nicht, daher geht das fertig Machen mühevoll und langsam. Doch der kleine Rooney wartet schon auf mich. Von Zeit zu Zeit, wenn seine Herrchen keine Zeit haben, gehe ich eine Runde mit ihm und mag es auch. Nur kämpft da etwas in mir gegen das raus Gehen.

BRN 2017

Meine Hand greift nach der letzten Tür zur Außenwelt und die kalte Luft stößt mir unvermittelt gegen das ungeschützte Gesicht. Meine Haut fühlt sich heut dünn an wie Pergament. Lucy ist aufgedreht und zieht.

Menschen laufen gestresst, wie aufgezogen an mir vorbei. Ihnen folgt ein kleiner Windhauch. Er trifft mich kaum sind sie auf gleicher Höhe.

Nach meinem gestrigen Abend kommt es mir falsch vor, dass sie so unbehelligt mit banalen Dingen beschäftigt sind. Oder ist es vielleicht genau das was sie tun sollten – leben, lieben, Kinder zeugen, durch die Welt gehen ohne all den Hass im Herzen? Ich weiss es nicht. Meine Gedanken kreisen. Ich bin bedrückt.

Immer wieder kommen Erinnerungen an gestern hoch. Das, was ich hörte, vermischt sich mit meinen eigenen Erinnerungen zu einem aufwühlenden Gedankengang nach dem anderen. Ab und zu wird einer dieser Gedanken unterbrochen durch einen kleinen Tropfen Regens auf meinem Gesicht. Sie sind so kalt. Mein Gesicht kühlt immer mehr aus.

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Ich gucke nach oben wo der Tropfen her kam. Das mache ich oft, obwohl ich ja die Antwort kenne und auch nich weiss, was ich erwarte zu sehen, dort im Himmel. Er ist grau. Natürlich ist er das.

Als mein Blick zurück nach unten fällt sehe ich die warmen, gelben Lichter in den Wohnungen flackern und frage mich, ob in einer dieser Wohnungen womöglich mal ein jüdisches Pärchen lebte. Ob sie lachten und sich neckten? Sich küssten in der Küche während des gemeinsamen Kochens?! Sich stritten über Belanglosigkeiten, weil sie von der Arbeit ausgelaugt waren?

Wäre die Frau jetzt auch gerade auf dem Weg die Treppe hinunter, um mit ihrem Hund eine Runde durch das Viertel zu drehen? Sie würde fast die gleiche Straße sehen, würde auch diese eiskalten kleinen Tropfen in ihr Gesicht bekommen und eventuell sogar ihren Spaziergang unterbrechen um eine Sekunde gedankenvoll in die Nacht zu gucken.

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Ein Tropfen. Die Realität hat mich wieder. Mein Blick schweift über die Stromkästen und Laternenpfosten. Es gehört schon zu meinem Alltag alles nach Naziaufklebern abzusuchen. Ich muss an meine Nägel denken und betrachte sie einen Moment. Sie vertragen das Kratzen nicht gut. Aber ich will mich jetzt nicht ärgern, schüttel es ab und gehe weiter meines Weges.

Doch da erwischt mich unvermittelt wieder einer dieser Gedanken. Meine Schritte verlangsamen sich. Ich drifte weg.

Vor einiger Zeit half ich einem Mann auf der stürzte, weil dessen Fahrradreifen sich in den Gleisen verkeilt hatten. Das passiert hier ständig auf der Rothenburger Straße. Ich sehe mich unter seinen Arm greifen und ihm langsam aufhelfen. Sein Gesicht ist durcheinander, springt zwischen Schock und peinlich berührtem Lächeln. Ich versuche so sanft ich kann zurück zu lächeln, um ihm Sorge zu zeigen und die Peinlichkeit zu nehmen. Meine Hände zittern, wie immer, wenn ich denke Jemand könnte sich verletzt haben.

Plötzlich ist es nicht mehr sein Gesicht, sondern das einer jungen Frau. Sie ist hübsch, schlank, blonde lockige Haare, roter Lippenstift, trägt einen hübschen Hut und elegante Handschuhe. Ein zartes Lächeln legt sich zögerlich über ihr erschrockenes Gesicht. Doch ich lasse sie fallen, höre sie ein weiteres Mal auf den harten Pflastersteinen aufprallen.

Warum habe ich das getan? Ich gucke fragend in meine leeren Handflächen. Sehe die Frau verschwommen darunter, auf dem Boden liegend.

Doch ich bin es nicht mehr. Es ist nicht mehr meine Erinnerung. Es ist die Geschichte von Henny – Henny Brenner, um genau zu sein. Meine Perspektive verändert sich und ich sehe einen jungen deutschen Soldaten, der das Fräulein, sich erschreckend vor dem gelben Stern auf ihrer Brust, losließ und sich nun doch auch vor sich selbst erschrak.

“Er ließ mich fallen wie eine heiße Kartoffel!”
– Henny Brenner

Ob er wohl in diesem Moment realisierte, wie unsinnig das war, was er tat? Nur eine Sekunde vorher glaubte er einer Frau aufhelfen zu müssen, sein Anstand gebot es ihm, sein Mitgefühl ebenfalls. Ein kleinwenig gelber Stoff änderte nun alles. Wirklich alles?

Ich weiss nicht wie es weiter ging. Vermutlich ging er schnellen Schrittes von Dannen, um sich seine Überforderung nicht anmerken zu lassen oder vor (gerechtfertigter) Scham und musste doch noch öfter an sie und seine Tat denken. Man wünscht es sich zumindest. Wenigstens das bisschen Scham und Menschlichkeit.

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Dies ist nur eine von vielen erschütternden, berührenden oder auch lustigen Geschichten, die uns Henny gestern aus ihrem Leben erzählte, hier und jetzt, gut 70 Jahre später. Hübsch ist sie immernoch, schick gekleidet, zart von der Statur und hat eine warme Ausstrahlung. Ich fühlte mich ihr nah.

Das mag durchaus daran liegen, dass sie immer mal wieder Menschen aus dem Publikum nach Daten und Orten ansprach – ihren Sohn, alte Freunde aus Dresden oder Personen, mit denen sie bereits Gedenkveranstaltungen durchgeführt hat. Das schuf eine familiäre Atmosphäre. Sie ließ den Raum immer kleiner werden.

Und trotz der bedrückenden Erlebnisse, kam keine allzu schwere Stimmung auf. Sie schaffte es immer wieder diese zu brechen mit kleinen witzigen Anekdoten, mit denen sie dann auch noch die letzten Herzen gewann.

Wie kann man sie auch nicht mögen? Sie hat Charme, ein Herz so groß wie ein Ozean und trotz des schweren Schicksals eine Kämpferin in sich, die wir manche trübe Tage vergebens in uns suchen. Und so war es auch das, was sie in mir hinterließ: den Willen zu kämpfen für eine bessere Welt und dafür zu Sorgen, dass ihre und die Geschichte anderer nicht in Vergessenheit geraten würden.

Denn nur allzu viele verdrängen was hier und anderenorts passierte. Es wird weggeschoben, in Geschichtsbücher verdrängt, abgehakt.

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Doch es ist nicht so lange her, wie es sich anfühlen mag. Hier sitzt ein Mensch, der angespuckt, geschlagen, enteignet, zu Zwangsarbeit gezwungen wurde und schlussendlich fast deportiert worden wäre, deren Freunde und Freundinnen in KZs starben. Sie sitzt hier vor mir!

Sie hatte all die Ängste, sie weinte all die Tränen der Verzweiflung, sie hungerte, vermisste alte Freunde und Zeiten. Wie das Kino „Palasttheater“ ihres Vaters in der Alaunstraße, in das sie einmal pro Woche ihre gesamte Klasse umsonst mitnehmen durfte, zu Mickey Maus Vorführungen. Ihre Augen begannen zu strahlen als sie davon erzählte. Man konnte sie förmlich vor sich sehen als Kind, wie sie voller Stolz ihre Klasse in das Kino führte. Ich bekam einen Kloß im Hals vor Rührung.

Doch die Welt stand plötzlich Kopf für das kleine Mädchen. Das Kino wurde ihnen weggenommen (“arisiert”, wie man es nannte). Und Henny führte jetzt Niemanden mehr herum, jetzt musste sie vor ganzen Klassen von Schülern wegrennen, die laut “Judenschwein!” schrien.

Auch wenn es eines der schmerzhaftesten Wahrheiten sein mag, es waren vielleicht sogar unsere Urgroßväter oder Großväter/-mütter, die dort als Kinder begannen zu Tätern zu werden. Wer weiss. Aber Fakt ist: Es ist kein verstaubtes Buch aus dem hier gelesen wird, auch kein Film, es ist ihr Leben!

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Also sollten wir endlich aufhören, sie und all die ehmaligen jüdischen Nachbarn und Nachbarinnen* sowie die anderen Opfer des Nationalsozialismus wegzuignorieren. Vor unseren Haustüren wurden sie gepeinigt, in unseren Wohnungen aus ihrem Leben gerissen und manche sogar in unseren Höfen erschossen. Das ist nicht ewig her und passierte auch nicht weit weit weg, sondern exakt wo ihr seid, wo ich mich in diesem Moment befinde!

So berichtete diese Frau, wenige Meter vor mir sitzend, eindringlich von dem Verlassen des Hauses hier in Dresden als “Spießrutenlauf” durch die Menschen, von den über sieben Kilometer Fußweg zur Zwangsarbeit, da Juden irgendwann nicht mal mehr Straßenbahnen und Busse benutzen durften. Noch heute mit über 90 ist sie gut zu Fuß und ihr Sohn sagt manchmal zynisch, mit einem Augenzwinkern: “Das hast du Hitler zu verdanken!”

Ein kurzes bedrücktes Lachen ging durch den Raum. Es verstummte schnell und wich einer kurzen aber schweren Stille. Man musste durchatmen. Sie fuhr fort, um von ständigen Kontrollen und davon zu erzählen, wie es war tagtäglich von der Gestapo beschattet zu werden, von deren Ausmaßen der Überwachung ich vorher auch noch nicht wusste:

“An jeder Ecke standen die schwarzen Autos mit den dunklen Scheiben und taten nichts anderes, als zu überwachen, ob man sich korrekt verhält, so dass der Stern auch wirklich fest angenäht und nicht nur angeheftet ist und man ihn ja sichtbar trägt.

Einmal zogen sie einen älteren Mann ins Auto. Er trug seinen Judenstern, aber der Wind wehte den Mantel auf und er war manchmal kurz nicht zu sehen. Das reichte schon. “Kommen sie mal her!” sagten sie und nahmen ihn mit. Er erschien nicht zur Arbeit und auch abends nicht Zuhause bei seiner Frau, also machte sie sich auf die Suche. Erst in der jüdischen Gemeinde, schlussendlich ging sie zur Gestapo. Als sie das gebäude betrat, sagte der Gestapo-Mann kühl:

“Ach Frau F., noch gar nicht in Witwenkleidung?”

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Jeden Tag verschwanden Menschen. Sie wurden abgeholt, kamen nicht mehr wieder. Jeder wusste es, man konnte es gar nicht – nicht – mitbekommen, was den Menschen in der Nachbarschaft passierte. – Offene Gewalt, Enteignungen, die Sterne auf der Kleidung, Abtransporte, Schilder mit “Keine Juden” überall – an Bahnen, Geschäften, an Stränden und Schwimmbädern, sogar auf Holzbänken in Parkanlagen. Eine Zeit der Einsamkeit, der Bedrohung, der Bedrückung für die Opfer. “Nimmt sie je ein Ende, habe ich eine Zukunft?”, fragte sich Henny Brenner oft.

“Die Angst war schlimmer als alles andere”, sagt Henny, “schlimmer als der Hunger, als der Judenstern.”

Und sie war allumfassend, zog bis in die Glieder. Wenige jüdische Büger waren (zumindest eine Weile) durch ihre “arischen” Ehepartner vor der Deportation bewahrt worden, so auch Henny und ihre Mutter oder der bekannte Romanist und Tagebuchschreiber Victor Klemperer, der zur selben Zeit ebenfalls in Dresden weilte. Aber vor dem omnipräsenten Antisemitismus bewahrte sie alle die Ehe nicht. Daher hatten die Wolfs in diesen quälenden Jahren nahezu alles verloren – ihre Verwandtschaft, ihre Freunde, ihr Kino, ihre Wohnung.

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Nur wenige halfen, zeigten Anteilnahme und brachten sich mit direkten Solidaritätsaktionen selbst in Lebensgefahr. So wurde der Vater eines neuen Bekannten von mir in ein KZ interniert, weil er die jüdischen Nachbarskinder versteckte. Doch manchen war es einfach eine Herzensangelegenheit. Familie Wolf wurden von Nazischergen vorher entwertete Essensmarken in ihren Stammgeschäften trotzdem in Nahrungsmitteln ausgegeben. “Ich bekam sogar manchmal helles statt dunkles Mehl!”, so Henny mit strahlenden Augen.

Von Zeit zu Zeit flüsterte man ihr “Kopf hoch! Durchhalten!” auf der Straße zu.

“Menschen von der Résistance!”, sagte Henny uns mit einem zustimmenden Nicken. Auch ihr Vater traf sich heimlich mit den couragierten Widerstandskämpfern. Das eine Mal steckte eine fremde Frau ihr Fleischmarken zu. Ihr Vater verbot ihr diese Strecke. “Viel zu gefährlich, für Dich UND die Frau!”

“Diese Dinge passierten, aber viel zu selten.”, führte sie mit einem tiefen Schnaufen aus. Neben den ganzen alltäglichen “Runter vom Bürgersteig!”-Rufen, sah man in manchen Augen auch Bedauern oder Mitleid, aber sie taten nichts. “Hatten wohl Angst!” Henny verstummt mit einem nachdenklichen Blick. “Wären sie mal alle aufgestanden!” Wieder Pause. Sie senkt den Kopf. “Aber dann wäre Hitler ja auch nie an die Macht gekommen!”

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Am Vormittag des 13. Februars 1945, Faschingsdienstag, kam nun ein Schreiben der Gestapo mit der Aufforderung sich drei Tage später an einem Treffpunkt einzufinden. Das bedeutete KZ, das war allen bewusst.

Nun sollten wohl auch noch die letzten 170 Juden Dresdens sterben. Viele wählten daher nach dieser Nachricht den Freitot. Sie “drehten das Gas auf oder nahmen Gift” erzählte Henny mit bedrückter, zittriger Stimme.

Aber ihr Vater wollte kämpfen. Für seine Familie. All die Jahre hat er so gelitten, so viel gegeben, alles möglich gemacht, was auch nur irgendwie ging, sagte seiner kleinen Henny immer wieder: “Du gehst mit dem Kopf nach oben, die Anderen sollten sich schämen!” Er war wohl ein ähnlich großer Kämpfer wie sie. Irgendwo muss es ja her kommen.

Doch die Überlebenspläne mussten nicht mehr in die Tat umgesetzt werden. Durch die vier Angriffswellen vom 13. bis 15. Februar 1945 auf Dresden überlebte die Familie und schaffte auch noch die letzten drei Monate bis zur Befreiung. Die endlos scheinende zwölfjährige Tortur war vorbei.

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Man sollte doch meinen, dass bei diesem Chaos alle mit Bergungen, Krankenversorgungen und Wiederaufbau beschäftigt waren, doch:

“Die Gestapo hat uns immer noch gesucht. Die waren selbst ausgebombt und hatten nichts besseres zu tun, als die paar Juden aufzuspüren, die in Dresden vielleicht noch am Leben waren.”

Unfassbar. Und zeigt doch eins nochmal ganz deutlich: Weg mit dem Dresdner Opferkult! Zeit sich der Wahrheit zu stellen – Zeit endlich aus ihr zu lernen.

“Immer geht es um Dresden”, sagt sie. Um den Angriff, von dem es heißt, er sei unnötig gewesen. “Warum spricht man nicht so viel über Coventry, Guernica, Warschau? Das war alles unnötig. Der ganze Hitler war unnötig. Ohne Hitler keine Bomben. Aus.”

Da war sie wieder – die Kämpferin. Was ein bewegender Abend.

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Viel Zeit ihn wirken zu lassen, hatte ich nicht. Denn als ich mein Telefon wieder anmachte, erreichte mich der Hilferuf meiner Schwägerin, die sich ausversehen mit einem Messer verletzt hatte. Ich eilte ins Krankenhaus.

(Es geht ihr wieder gut!)

Und so ist es wohl nicht verwunderlich, dass mich erst heute diese Stimmung überkommt, das Gehörte übermannt. Das graue Wetter, nun einen Tag später, tat sein Übriges dazu.

Ich war nachdenklich. Wollte mich zurück ziehen. Doch ich hatte keine Zeit in mich zusammen zu fallen, wartete doch der kleine Rooney ungeduldig auf mich. Man verließ sich auf mich. So quälte ich mich in die warmen Strumpfhosen, streifte die Jacke und meine Stiefel über und verließ die Wohnung, um auf geschichtsträchtigen Wegen zu wandeln.

Es ist kalt.

Ein kleiner, kalter Tropfen trifft mein Gesicht. Ich blicke nach oben.

Warme Lichter in den Wohnungen…

 

 

 

 

Henny Brenner (geb. Henny Wolf; geboren am 25. November 1924) ist eine ehemalige Zwangsarbeiterin und jüdische Schriftstellerin, die in ihrem autobiographischen Bericht “Das Lied ist aus” (2001) über ihr Leben in Dresden und die Rettung ihres Lebens durch die Bombenangriffe auf Dresden im Februar 1945 erzählt. (Sobald das bestellte Buch ankommt und ich es ausgelesen habe, schreibe ich Euch eine Rezension, wenn Ihr das wünscht!) Sie leistet bis heute fleissig Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit.

Henny Brenner wird 1924 in eine unbeschwerte, bürgerlich behütete Kindheit hineingeboren. Der Vater betreibt das Kino „Palasttheater“ (später unter dem Namen „Kosmos“ bekannt) in der Alaunstraße 28. Die Mutter ist Hausfrau. Henny wächst behütet auf. Das Kindermädchen ist allgegenwärtig. In behaglichen Wohnungen am Großen Garten und in der Mendelssohnallee 22 (früher Deutschen Kaiserallee) spielen sich ihre Kindheitsimpressionen ab. Als 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ausgerufen wird und mit ihm die NSDAP die totalitäre Macht in Deutschland übernimmt, ändert sich das gewohnte Leben.

Bild: https://news-photo.de

BRN 2017

Es fällt mir schwer in Worte fassen, was diese Begegnung für mich bedeutete. All die Jahre in denen ich mich mit diesem Thema befasste, all die Bildungsfahrten und Reportagen, all die Stolpersteinrundgänge, Gedenkveranstaltungen, die ich organisierte, Aufklärungarbeit, Vorträge, die ich über Rechtsradikalismus hielt. Bereits als Kind brachte meine Mum meinen Bruder und mich in Gedenkstätten und KZs, damit wir aus der Geschichte lernten. Es wirkte. Bis heute sind wir beide glühende Antifaschisten und werden es bleiben.

Und nun, nach all den Jahren, war es soweit, dass ich das erste Mal auf eine Zeitzeugin traf. Immer schon hegte ich den Wunsch Überlebenden zu begegnen oder anderweitigen Kontakt zu bekommen, um ihre Geschichten auch mal aus erster Hand zu hören, sie in die Welt und im Herzen zu tragen. Das hier bedeutete mir wirklich die Welt.

NIE WIEDER FASCHISMUS !

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